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Wenn der Billigflug zum teuren Spass wird

Versteckte Kosten erschweren sinnvollen Preis-Vergleich. Etliche Zusatzbeträge tauchen teilweise erst während Buchung auf.

Die Idee klingt verrückt. Und wenn sie nicht von Ryanair-Chef Michael O’Leary stammen würde, ließe sich dahinter wohl nur ein plumper PR-Trick vermuten: Stehplätze im Urlaubsflieger. Doch die irische Billigflug-Gesellschaft meint es ernst. Um mehr Passagiere in ihre Flugzeuge zu bekommen, sollen einige der ohnehin engen Sitzreihen durch Hocker ersetzt werden. Die Tickets für den Flug könnte die Airline dadurch noch billiger anbieten – und den Preiskampf unter den Billigfliegern zusätzlich befeuern.

Davon könnte auch der Verbraucher profitieren. Einzelne Flüge sind mittlerweile zu einem Spottpreis zu haben. Wer früh genug bucht, kommt mit dem Flieger billiger nach London als mit dem Taxi zum heimischen Hauptbahnhof. Eine Reise im November von Köln in die britische Hauptstadt kostet bei Easyjet derzeit nur 17,99 Euro. Und Germanwings bringt Urlauber im Oktober für 79,99 Euro nach Ankara. Wer noch ein paar Wochen mit der Buchung wartet, zahlt meist mehr. Denn je früher sich die Fluggäste um einen Platz kümmern, desto günstiger bekommen sie ihr Ticket. Experten raten dazu, mindestens vier Wochen im Voraus zu buchen. Idealer sind drei Monate.

Doch das hat auch einen großen Nachteil. Und der steht im Kleingedruckten. Da mit der langen Vorlaufzeit das Risiko steigt, an dem gebuchten Tag doch nicht abheben zu können, sollten Verbraucher die hohen Gebühren beim Umbuchen nicht komplett außen vor lassen. 30 Euro müssen sie mindestens zahlen, bei Tuifly sind es sogar bis zu 60 Euro. Damit lohnt es sich fast schon, direkt einen neuen Flug zu buchen. Zum Vergleich: Die Lufthansa erhebt je nach Tarif überhaupt keine Umbuchungsgebühr.

Immer wieder geraten die Billig-Fluggesellschaften wegen hoher Abgaben ins Visier von Verbraucherschützern. So manches Kleingedruckte haben die Verbraucherzentralen vor Gericht schon zu Fall gebracht. Die Lufthansa-Tochter Germanwings darf zum Beispiel nicht mehr 50 Euro verlangen, wenn sich der Rechnungsbetrag nicht vom Konto ihres Kunden einziehen lässt – etwa wenn das Konto nicht gedeckt ist. Lediglich die tatsächlich entstandenen Kosten dürfen dem Kunden aufgebürdet werden, in der Regel sind das nicht mehr als zehn Euro. Germanwings verlangt mittlerweile 12,33 Euro dafür. Doch das ist immer noch eine stolze Summe im Vergleich zum geringen Flugpreis. Deshalb rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen dazu, beim Zahlen per Lastschrift vorsorglich immer darauf zu achten, dass die Unternehmen das Geld auch abbuchen können.

Erst vor zwei Monaten erhielt Ryanair vom Bundesgerichtshof die mahnenden Worte, dass die Fluggesellschaft wenigstens eine etablierte Zahlungsart kostenlos anbieten müsse. Zuvor stellte die Airline ihren Kunden für den Kauf der Tickets per Kreditkarte oder Lastschrift eine Gebühr pro Gast und Flug in Rechnung. Erst kurz vor Abschluss der Buchung schlägt das Unternehmen die Gebühren auf den Ticketpreis auf. „Kostenlos war lediglich die Zahlung mit einer kaum verbreiteten Visa-Electron-Karte, die aber nur gegen eine Jahresgebühr von 40 bis 100 Euro erhältlich ist“, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) mit.

Ryanair-Chef O’Leary feierte den Urteilsspruch hingegen als Bestätigung seiner Gebühren: „Wir werden unsere Rechte entschieden vor Gericht verteidigen falls der VZBV darauf besteht, Zeit und Mittel zu verschwenden im Kampf gegen Ryanair’s verbraucherfreundliches Wachstum in Deutschland.“ Mittlerweile liegen die Kosten für das Bezahlen der Tickets bei fünf Euro – vor der Klage waren es vier Euro. Lediglich mit einer Mastercard Prepaid entfallen die Gebühren.

Das Beispiel beweist, dass der zuerst angegebene Flugpreis selten für eine gute Entscheidung reicht. Im Laufe der Buchung schlagen die Billigflieger zum Teil erhebliche Beträge auf den Flugpreis auf. „Die Fluggesellschaften machen es den Kunden immer schwerer, alle Bedingungen und Preise zu vergleichen“, sagt Falk Murko von Stiftung Warentest. So kann aus einem sagenhaften Preis mit den zahlreichen Gebühren und versteckten Angaben schnell ein teures Vergnügen werden. „Optisch sind es oft gute Preise, aber die Angaben sind problematisch“, sagt auch Philipp Klöckner vom Portal Billig-Flieger-Vergleich.de.

Der 18-Euro-Flug von Easyjet nach London etwa verteuert sich um elf Euro, wenn der Urlauber nicht nur sein Handgepäck, sondern auch einen Koffer mitnehmen möchte. Bei zweien sind es schon 22 Euro. Die dürfen zusammen aber nicht mehr als 20 Kilogramm wiegen. Weiß der Passagier jetzt schon, dass er auf jeden Fall mehr Gewicht braucht, sollte er das angeben. Für jeweils drei Kilo zahlt er dann 27 Euro mehr im Voraus. So kann es also sein, dass er am Ende statt der preiswerten 17,99 Euro mit zwei Koffern und insgesamt 23 Kilogramm Gepäck fast 67 Euro aufbringen muss. Das ist zwar oft immer noch günstiger als bei klassischen Airlines. Aber mit allen Zusatzkosten einrechnet könnte schon wieder ein anderer Billigflieger preiswerter sein.

Überschreitet der Passagier dann auch noch seine Gewichtsangabe bei der Gepäckaufgabe, sind es bei Easyjet sogar pro zusätzliches Kilo 12 Euro. „Manche machen sich deshalb einen Sport daraus, ihr Gepäck am Körper zu verteilen“, erzählt Klöckner. Dann ziehen sich die Fluggäste drei Pullover übereinander, um Gewicht beim Gepäck zu sparen. Die besten unter ihnen benötigen so nur noch ihr kostenfreies Handgepäck.

Die Lufthansa gestattet ihren Kunden hingegen beliebig viele Koffer, sofern ihr Gesamtgewicht auf Europaflügen in der Economy-Class nicht 20 Kilogramm übersteigt. Und nicht immer sind die großen Airlines teurer als ihre Billigflieger-Konkurrenz. Wenn Passagiere ihren Flug kurz vor der Abreise buchen, haben sich die Preise oft angenähert. „Wer kurzfristig bucht, sollte den Preis auch mit klassischen Fluggesellschaften vergleichen“, sagt Warentest-Experte Murko. Vergleichsportale wie Swoodoo.com oder Travel-IQ.com helfen dabei, die billigste Airline zu finden. Wer allerdings Glück hat, ergattert eines der vielen Sonderangebote der Billigflieger. Da die Zahl der Plätze meist stark beschränkt ist, lohnt es sich, die Newsletter der Fluggesellschaften zu abonnieren. Damit steigen die Chancen, eines der begehrten Tickets zu bekommen. „Wer spontan ist, für den ist dieses Angebot interessant“, sagt Murko.

Doch unabhängig vom Preis raten Experten zur Vorsicht bei Billigfliegern. Vor allem Ryanair landet gerne an Orten mit Namen wie Frankfurt-Hahn oder Hamburg-Lübeck. „Die Flughäfen liegen manchmal über 100 Kilometer außerhalb der Metropolen“, sagt Klöckner. „Wenn man bei einer Tour von zwei Tagen noch zwei Stunden vom Flughafen bis in die Stadt braucht, geht wertvolle Zeit verloren.“ Und zusätzliches Geld für die Fahrt in die Innenstadt. Für Geschäftsreisende sei das ohnehin nichts. „Kunden, die selten fliegen, vertrauen auf diese Bezeichnungen und wundern sich dann, dass sie erst einmal eine Stunde mit dem Bus fahren müssen.“ Klöckner rät dazu, sich vorher notfalls bei Google Maps die Entfernung zur Innenstadt ausrechnen zu lassen.

Quelle: Markus Scheele, Die Welt

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