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Beatles-Tour durch London

Pauls Büro, Johns Führerschein

Eine Magical-Mystery-Tour durch London auf den Spuren der Beatles – 50 Jahre nach ihrer Gründung und 40 Jahre nach ihrer Auflösung.

Obwohl sich Richard Porter an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen Londons treffen will, ist er nicht schwer zu finden. Er trägt eine Umhängetasche mit rotem Beatles-Emblem und “Back in the USSR”-Button, auf seinem Schal steht “Sgt. Pepper”. Richard begrüßt die 20 eintrudelnden Touristen an der U-Bahn-Station Tottenham Court Road zur “Magical Mystery Tour”, einem zweistündigen Spaziergang durch London auf den Spuren seiner Lieblingsband: den Beatles.

Damit keine Zweifel an seiner Kompetenz aufkommen, stellt sich Porter erst einmal vor: Gründer des British Beatles Fan Club, Beatles-Stadtführer seit 20 Jahren und zweifacher Gewinner des Titels “Beatles Brain of Britain”, was so viel heißt wie: Er weiß eigentlich alles über die erfolgreichste Popband aller Zeiten. Nur an einer Frage sei er damals beim “Beatles Brain”-Wettbewerb gescheitert: An welchem Tag hat John Lennon seinen Führerschein bestanden? “Aber ich bitte Sie, das wusste John sicher selber nicht. Folgen Sie mir.”

Porter bahnt sich den Weg durch die Menschenmenge auf der Oxford Street und biegt ein in die Gassen des Stadtteils Soho, dem einstigen Zentrum des Swinging London der Sechziger. Vor einem sechsstöckigen Reihenhaus am Soho Square stoppt er die Gruppe. “MPL” steht in dezentem Schriftzug auf der Fassade. “Das bedeutet McCartney Production Limited, Pauls Plattenlabel.” Durch die großen Fenster des zweiten Stocks kann man goldene Schallplatten an den Wänden sehen. Im dritten Stock ist Licht. Das sei Pauls Büro.

Am Fenster zeigt sich Sir Paul leider nicht, deswegen geht es weiter durch Sohos schmale Straßen zu den Trident Sound Studios. 1967 eröffnete das Aufnahmestudio im Herzen der Londoner Musikszene, zwischen Pubs und Clubs. Niemand würde es hier in der gerade zwei Meter breiten Gasse finden, der den Weg nicht kennt. Die meisten Lieder vertonten die Beatles zwar in der Abbey Road in Nordlondon. “Aber Paul wollte unbedingt einmal hier aufnehmen, weil es das erste britische Studio mit einem Acht-Spur-Mischpult war.” So entstand im Keller des Hauses am 31. Juli 1968 “Hey Jude”. “Erst im Studio hatten die Beatles die Idee zum ‘Nananana’ und baten die Musiker, als Chor einzuspringen.” Aber zwei der Musiker weigerten sich mitzuträllern. “Können Sie sich vorstellen, nicht ‘Nananana’ singen zu wollen?” Porter schüttelt den Kopf.

Mit seinen 47 Jahren ist Porter kein Fan der ersten Stunde. Er entdeckte die Beatles als Teenager Ende der Siebziger, als die Band sich schon längst aufgelöst hatte. Von seinem Taschengeld kaufte er sich innerhalb von zwei Jahren alle existierenden Beatles-Platten. “In der Schule war ich damit ein Einzelgänger.” Es war die Zeit der Sex Pistols and The Clash. “Da war ich ziemlich uncool.” Als John Lennon 1980 erschossen wurde, sei er so verzweifelt gewesen, dass er eine Kontaktanzeige in einem Beatles-Magazin aufgab. So fand er all seine Freunde und später seine Ehefrau Irina, die einst den Moskauer Beatles-Fanklub leitete.

Porter ist nicht gerade der strahlende Animateur-Typ, den man sonst oft bei Stadtführungen antrifft. Mit den kleinen, ernsten Augen, den buschigen Haaren und der flinken Gehweise hat er eher etwas Hobbithaftes. Unterhalten möchte er sich jedenfalls nicht mal mit den treuen Beatles-Fans unter seinen Zuhörern. Wieso auch, sie können ihm eh nichts Neues erzählen.

Es geht weiter zum Palladium Theatre in der Argyll Street. Eine Schlange von rund 100 Touristen wartet geduldig auf Einlass. Dieser Menschenauflauf sei ja gar nichts im Vergleich zu den wildgewordenen Fans, die sich 1963 vor dem Gebäude drängten. Damals traten die Beatles dort in der beliebten TV-Sendung “Sunday Night at the London Palladium” auf. “An diesem Tag haben die Journalisten endlich wirklich mitbekommen, was für ein Hype um die Beatles herrschte”, sagt Porter. Am nächsten Tag druckte jede britische Zeitung die Beatles auf der Titelseite. Beatlemania begann.

Auch aus einem anderen Grund sei der Ort bedeutend für die Beatles-Geschichte. “Im Nachbargebäude hatte der Beatles-Manager Brian Epstein sein Büro.” Dort gab John Lennon im März 1966 das legendäre Interview, in dem er behauptete: “Wir sind jetzt populärer als Jesus.” Während die Briten die gotteslästerliche Bemerkung nicht interessierte, riefen konservative Amerikaner zum Boykott auf. Bei der USA-Tournee im gleichen Jahr wurden Beatles-Platten verbrannt, der Ku-Klux-Klan drohte Lennon mit Mord. Die Band beschloss, nie wieder auf Tour zu gehen.

Einmal traten sie aber doch noch auf – und zwar in Londons edler Herrenschneiderstraße Savile Row, wo Porter nun hinläuft. In dem alten viktorianischen Reihenhaus Nummer 3 gründeten die Beatles 1968 ihre Firma Apple Corps. Das Gebäude steht heute leer. Porter deutet zum Tiefparterre. “Dort war das Studio, im restlichen Haus war die Hölle los. Eine Hippie-Familie ließen die Beatles hier einziehen und einen Typ, der den ganzen Tag auf einem Schrank saß und Penisse malte”, sagt Porter. “Da wäre ich gern dabei gewesen.” Ebenso natürlich bei dem letzten Konzert, das die Beatles 1969 auf dem Dach des Hauses gaben. “Paul hat damals gesagt, dass sie das Westend wegblasen wollen mir ihrem Sound.” Und so war es dann auch: Nach 42 Minuten beendete die Polizei das Konzert wegen Lärmbelästigung.

Zur letzten Station des Spaziergangs geht es mit der U-Bahn nach St. John’s Wood, zum legendären Zebrastreifen in der Abbey Road. Weltberühmt wurde er, weil über ihn die Beatles auf dem Cover des Albums “Abbey Road” liefen. “Eigentlich sollte das Album ‘Mount Everest’ heißen”, sagt Porter. Als jemand vorschlug, das Foto deswegen auf dem Everest zu machen, weigerte sich John und sagte, er gehe nicht weiter als vor die Tür des Studios in der Abbey Road. Porter zeigt das Cover. Im Hintergrund steht ein VW Käfer, der mit den Beatles nichts zu tun hatte. Ein Fan kaufte dem Käfer-Besitzer das Gefährt für stolze 11 000 Pfund ab, heute steht es im VW-Museum in Wolfsburg.

20 Meter rechts von dem Zebrastreifen stehen sie noch heute: die Abbey Road Studios. Die Mauer vor dem Gebäude ist mit Fankritzeleien beschmiert, obwohl sie laut Porter sechs Mal im Jahr neu gestrichen wird. Während die Beatles in den Studios damals 191 Songs aufnahmen, standen sich Fans zu jeder Tages- und Nachtzeit draußen die Beine in den Bauch. Zwei von ihnen hatten besonderes Glück. “Bei den Aufnahmen zu ‘Across the universe’ beschloss John mitten in der Nacht, dass er einen Chor wollte.” Diesmal wurden keine Studiomusiker verpflichtet. Stattdessen ging Paul McCartney vor die Tür und fragte: “Wer von euch kann singen?”

Porter hat selbst schon oft vor der Tür gestanden und auf Paul McCartney gewartet, der hier weiterhin seine Songs aufnimmt. “Auf die Frage, ob ich singen kann, warte ich aber leider noch immer.”

* Anreise: Mit dem Eurostar ab Brüssel durch den Kanaltunnel (eurostar.com). Mit Auto und Fähre: Hoek van Holland-Harwich (stenaline.de), Calais-Dover (poferries.de; seafrance.com). Mit dem Flugzeug: Diverse Nonstop-Verbindungen von den meisten großen deutschen Flughäfen; angeflogen werden die vier Londoner Flughäfen Heathrow, Gatwick, Stansted und City Airport.

* Beatles-Spaziergänge mit Richard Porter: “Magical Mystery Tour”, dreimal wöchentlich; “In My Life Walk”, zweimal wöchentlich; die Touren dauern jeweils gut zwei Stunden und kosten je acht Pfund (beatlesinlondon.com)

* Auskunft: Visit London, Tel. 0044/8701/566 366, visitlondon.com

Quelle: Tina Kaiser, Welt am Sonntag

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