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“Null Sterne Hotel” in der Schweiz

“Dekoration kommt gar nicht in Frage”

Eine Nacht im Atombunker: Im Schweizer Sevelen hat ein Brüderpaar ein Beton-Ungetüm aus dem Kalten Krieg zum Null-Sterne-Hotel umgebaut. Die Außenwelt ist nur per Monitor zu sehen – und wer morgens warm duschen darf, entscheidet der Zufall. Die Resonanz ist verblüffend.

“Weniger ist mehr” war das Motto der Brüder Riklin, als sie ihr Hotel “Null-Stern-Hotel” in einem Atombunker einrichteten. Betten bekamen sie zum Teil aus einem stillgelegten Hotel der Region, die Wände beließen sie in ihrer natürlich Patina. Und statt einer für alle Gäste ausreichende Warmwasser-Zufuhr, wird nach der Eröffnung täglich ein Zufallsrad darüber entscheiden, wer zuerst unter die Dusche darf – und wer nur noch das frostige Restwasser bekommt. “Dekoration in einem Siebener-Schlafraum kommt gar nicht in Frage”, sagt Patrik Riklin, der das Konzept zusammen mit seinem Zwillingsbruder Frank entworfen hat. Trotzdem sei das Kalte-Kriegs-Flair “verdammt gemütlich”.

Eigentlich war die Gemeinde Sevelen im Schweizer Kanton St. Gallen nur auf der Suche nach einer Unterkunftsmöglichkeit für Musiker, die einst im geplanten Kulturzentrum auftreten sollen. Für einen Hotelneubau gab es in Sevelen allerdings keinen Platz. Dann kam der Gemeinderat auf die Idee, den Zivilschutzbunker Stampf in der Stampfstraße genauer zu inspizieren.

“Da will niemals jemand schlafen”, lautete das Fazit von Gemeindepräsident Roman Zogg und dem Rat, als sie aus dem Bunker wieder ans Licht traten. Trotzdem wurden die Brüder Riklin vom “Atelier für Sonderaufgaben” beauftragt. Immerhin nehmen die Riklins Aufgaben wahr, “für die sich niemand so richtig zuständig fühlt”, stellen sich die Künstler selber dar. Und vielleicht ließe sich aus dem kühlen Betonklotz ja doch noch etwas machen.

Vanillekipferl im Nachtschränkchen

“Wir mussten Normen brechen und Grauzonen besetzen”, erklärt Patrik Riklin sein Vorgehen. Ihrem neuen Hotel gaben sie die Kategorie “Null Sterne”. Das heiße nicht, dass Service und Standard im Bunker-Hotel unterirdisches Niveau hätten, sagt Riklin, sondern gebe ihnen Gestaltungsfreiheit: “Wir können selbst bestimmen, was wir bieten.” Die Brüder mussten nur eine Bedingung des Schweizer Bundesamts für Militär erfüllen: Wände dürfen nicht eingerissen werden, und die Zivilschutzanlage müsse jederzeit innerhalb von 24 Stunden wieder in ihrer eigentlichen Funktion verfügbar sein.

Trotz aller Schlichtheit wird den Hotelgästen je nach gebuchter Kategorie doch einiger Komfort geboten. Zum Beispiel wird zwischen der Variante Standard im originalen Militärdoppelstockbett und der Luxusversion im bequemen Biedermeierbett unterschieden. Wer Luxus – für rund 20 Euro pro Nacht – bucht, bekommt morgens den Kaffee an die Bettkante serviert und findet täglich ein anderes Betthupferl in seinem Nachtschränkchen – beispielsweise ein Vanillekipferl von der besten Vanillekipferl-Bäckerin im Ort gebacken.

Auch im Service inbegriffen: heiße Bettflaschen für mehr Gemütlichkeit im Bunker. Im Empfangsbereich – bei den Riklins heißt er “Wasch- und Loungeoase” – können sich die Bunker-Bewohner außerdem versichern, dass die Außenwelt noch existiert. Denn dort liefert im sonst fensterlosen Gebäude ein Monitor Live-Bilder von draußen.


Geschützte Marke “Null-Stern-Hotel”

Für die Gemeinde oberhalb des Atombunkers ist das Projekt ebenso spannend wie für die zukünftigen Hotelgäste. Seit vier Tagen herrscht Aufregung in den Straßen rund um das “rote Huus”, das Rathaus von Sevelen. Und das Telefon von Frank und Patrik Riklin steht nicht mehr still: Die ganze Welt interessiert sich für das neue Hotel im Seveler Atombunker. Dass das Interesse an dem kleinen Projekt so groß ist, hätten die Gebrüder Riklin nie gedacht. “Aus Japan, China, Vietnam, den USA und der Türkei kommen Anfragen”, sagt Patrik Riklin.

Betreiber wird die 5000-Seelen-Gemeinde mit Alpenpanorama, die etwas abseits des Weltgeschehens liegt, selbst sein. Alle Bürger sollen miteinbezogen werden und mithelfen, sei es zum Vanillekipferl-Backen oder für den Zimmerservice. “Wir wollen die vorhandenen Ressourcen so gut wie möglich nutzen”, erklärt Riklin. Bei voller Auslastung der 54 Betten erhofft sich der Künstler erhebliche Gewinne: Sogar die Millionen Franken für den eigentlichen Bau des Bunkers sollen sich in wenigen Jahren amortisieren. Dazu kämen der Imagegewinn für die Gemeinde am Rhein und generell höhere Einkünfte durch mehr Tourismus.

“Draußen, in der Schweiz, gibt es noch viele Zivilschutzanlagen in idyllischer Lage”, schwärmt Patrik Riklin. Zusammen mit seinem Bruder denkt er schon über eine Kette nach, eine neue Schweizer Marke “Null-Stern-Hotel”. Den Markennamen haben sie sich bereits schützen lassen, auf Deutsch und Englisch. “Man könnte von Bunker zu Bunker wandern”, plant er, “und bei japanischen Reisegruppen kommt der Bunker bestimmt sehr gut an.”

Eigentlich sollten die Seveler Bürger im November darüber abstimmen, ob das Projekt überhaupt eine Zukunft hat. Aber die ersten Testschläfer im Bunker waren begeistert. Deshalb: Egal was aus dem Kulturzentrum wird – das Hotel im Untergrund wird im Januar offiziell eröffnet und betrieben. Zumindest bis zum nächsten militärischen Notfall. Da sind sich die Riklin-Zwillinge sicher.

Quelle: Stern.de, Carolin Reintjes

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